Ute Hutta – herbaria plantae



Für all die einzigartigen Frauen, die keine Lust mehr haben, immer so zu sein wie andere sie gerne hätten.


Anderen alles recht machen darfst Du. Wo Du bleibst, spielt dabei nicht wirklich eine Rolle. Aber Du bist im Rollenspielen inzwischen so gut, dass Du selbst dabei fast verloren gegangen bist.
Immer wieder entlockt Dir jemand ein „Ja“, obwohl Du „Nein“ meinst. Für jeden darfst Du Zeit haben – für Dich selbst bitte höchstens zum Schluss.
Die halbe Welt will in Deinem Leben mitbestimmen: was Du kaufen sollst, was Du wie und wann zu tun hast (oder zu lassen). Jeder zweite weiß genau, was Du brauchst – natürlich besser als Du selbst…
Und Du sollst brav mitspielen und nicht etwa eigene Vorstellungen haben.
Als gäbe es Dich nur, damit Du dafür sorgen kannst, dass andere zufrieden sind.

Natürlich nirgends – und das weißt Du tief im Inneren auch. Aber wie kommst Du jetzt aus der Nummer raus?

Bei mir hat es mit dieser einen Weihnachtsfeier angefangen, ein paar Jahre her. Eine Woche vor Weihnachten, am Samstagabend. Jahrelang bin ich hingegangen, weil ich dachte, ich muss. Wie sieht das denn sonst aus? Und jedes Mal hab ich mich geärgert und war einfach nur froh, wieder gehen zu können.

Es war also mal wieder soweit und ich hatte wieder allein bei der Vorstellung einen Knoten im Magen. Noch mal in die Kälte raus, in die Stadt fahren, zum Lokal laufen, lärmige Geselligkeit, die gleichen Leute wie jeden Tag, dieselben Themen wie jeden Tag, Fröhlichkeit auf Kommando… Ich wollte einfach nur für mich alleine meine Ruhe haben.
Und als ich dann vor dieser Anmeldeliste mit den ganzen Kreuzen unter „Ja, ich komme“ stand, wusste ich einfach: Dieses Jahr kann und will ich das einfach nicht – und habe „Ich kann leider nicht dabei sein“ angekreuzt.


Ich habe meinen Abend so sehr genossen. Ich meine, schon als ich „Nein“ angekreuzt hatte, habe ich mich irgendwie befreiter gefühlt. Ich habe mir überlegt, was mir wirklich so richtig gut tun würde. Und an diesem Abend hatte ich einfach Lust, in Kuschelklamotten, mit Tee und was Leckerem zu essen ein bisschen an meinem Blog zu schreiben, dabei weihnachtliche Musik zu hören und mich an Kerzen und meiner Adventsdeko zu freuen.
Und ich war mir ehrlich gesagt selber richtig dankbar für diese Entscheidung. Nebenbei: wie die Weihnachtsfeier war, habe ich auch so erfahren, und tatsächlich gab es auch keine Kommentare, weil ich nicht dabei war… 💚

Genau so kann sich das anfühlen: Du sagst „Nein“ – und musst Dich dafür nicht rechtfertigen. Du entscheidest wieder selbst, wofür Du Deine Zeit und Deine Aufmerksamkeit hergibst. Du folgst dem, was DU möchtest – und hast kein schlechtes Gewissen dabei. Damit Du in Deinem Leben wieder vorkommst.

Es gibt so viele und so schöne Wege dorthin, die nur darauf warten, dass Du sie entdeckst. Und ich gehe auf Deinem Weg ein Stück mit Dir. So weit Du das möchtest. Schritt für Schritt. In Deinem Tempo. Und auf Augenhöhe – ohne Fachchinesisch.

Und weißt Du was? Den ersten Schritt hast Du schon gemacht – denn Du bist hier. Darauf darfst Du auch schon mal ein bisschen stolz sein.

Jetzt lass uns gemeinsam weitergehen 💚

verkaufswelt



Dein Kopf dreht sich im Kreis – aber wenn Du Dich hinsetzt, um zur Ruhe zu kommen, geht das Grübeln erst recht los.

Egal, was du machst, dein Kopf kommt überhaupt nicht mehr zur Ruhe.
Ständig erzählt Dir jemand was Du kaufen sollst, was das Beste ist, was sich gehört oder auch nicht, dass Du etwas so und so machen musst – als ob Du keinen eigenen Kopf zum Denken und Entscheiden hättest.

Du sollst kritiklos kaufen, was die Hersteller dir alles andrehen wollen, und bloß nichts hinterfragen.

Überall steckt nur noch Chemie drin – und das wird als normaler Zustand angesehen.

Egal, was Du kaufst: Du weißt nicht mal, ob alles von diesen endlosen Zutatenlisten eigentlich überhaupt zum Essen gedacht ist.


Dauernd drängt Dich jemand dazu, seine Produkte zu kaufen – bis Du fast vergisst, was Du selber überhaupt haben möchtest (oder auch nicht.)
Egal wo ich einkaufe, überall kriegst Du dasselbe: bunte Packung, große Versprechen, und drin ist dann doch nur Einheitsgeschmack mit einer Zutatenliste, die sich liest wie das Inventar eines Chemielabors. Echter Geschmack geht anders.
und selbst kleinen Alltagsbeschwerden ist es am besten immer gleich Chemie.


Auch wenn Du das jetzt vielleicht schon tausend Mal gehört hast – es ist deshalb nicht weniger wahr:
„Die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.“